Geldverdienen durch online Betrug
23. Mai 2006 | InternetIn Lagos, Nigeria, ist online Betrug schon zur Kunst geworden. In einem Land, wo Menschen mit $30 im Monat das Leben meistern müssen hat die junge Generation die Möglichkeiten des Internets entdeckt – und nützen es erfolgreich um ihre Familie zu erhalten.
Akin ist 14 Jahre alt, bringt aber das meiste Geld nach Hause. Er ernährt von der Schwester bis zum Opa die ganze Familie. Das Geld erwirtschaftet er durch online Betrug.
Er arbeitet 10 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche in einem Internet Cafe. Dort ist er aber nicht alleine. Fast alle Plätze sind mit Gleichaltrigen besetzt, die genau das Selbe machen wie er: Identitätendiebstahl, mit gestohlenen Kreditkarten Waren kaufen und verkaufen, sich als Frauen ausgeben und einsame Männer um ihr Erspartes bringen.
Akin arbeitet für einen “Vorsitzenden“, der zwar nichts von Computern versteht, aber die Arbeit koordiniert. Dieser erhält 60%, 20% werden für diverse Kosten reserviert und die restlichen 20% gehören Akin.
Gelegentlich beschweren sich Lehrer, dass die Jugendlichen die Schule schwänzen, aber dafür sind die 20% reserviert.
Angst vor Strafen hat niemand. Erstens braucht die Familie das Geld und zweitens sind die Strafen sehr milde:
ein ehemaliger Polizeidirektor wurde beschuldigt $100 Millionen gestohlen zu haben, und musste sechs Monate in Haft.
Offiziell wird Betrug natürlich verurteilt, aber einige sind der Ansicht, dass die Jugendlichen erst durch diese Form der Kriminalität einen Weg zurück in die Gesellschaft angeboten bekommen. Andere wiederum sehen darin eine Entschädigung für die, vom Westen verursachten, Probleme.

24. Mai 2006 um 23:06
Die haben da Computer und können lesen? o_0
24. Mai 2006 um 23:25
Jup, und die haben da sogar Internet
Entweder leben die Internet Cafes dort von diesen Betrügern, oder es gibt dort sogar genug Leute, die sich Internet leisten können…
Danke für’s Vorbeikommen, Juzam!
11. Juli 2011 um 17:20
Die PC’s von denen sind sogar teilweise von hier. Wenn hier Rechner ausgemustert werden sind diese Teilweise nichts mehr Wert und werden in dritte Welt Länder verschickt. Dort werden diese benutzt oder ausgeschlachtet um an die Edelmetalle zu kommen. Das Gleiche gilt für Röhrenmonitore