Wozu hat jedes Land eine TLD?
8. März 2007 | InternetDeutsche Politiker haben mal wieder eine super Idee: Sie fordern neue Top-Level-Domains.
In ihrer Vorstellung soll jede Stadt ihre eigene Endung bekommen. Aber nicht etwa als Third-Level-Domain wie etwa *.berlin.de, sondern *.berlin.
Ich frag’ mich gar nicht ob das Sinn macht, ich frag’ mich eher wie man auf diese Idee kommt.
Alleine die Tatsache, dass es mehrere Städte mit gleichen Namen auf der Welt gibt. Sollen die sich dann eine Endung teilen?
Viel interessanter finde ich die Frage: Wozu hat jedes Land eine Top-Level-Domain?
Die “Warum”-Frage lässt sich sicher Historisch erklären. Aber mal ganz ehrlich: Wann hast du das letzte Mal eine Seite besucht, wo die Länderkennung Sinn gemacht hat?
Ich kann mich an meine letzte Seite nicht mehr erinnern. Würde es nicht viel mehr Sinn machen, die Seiten nach Sprachen aufzuteilen? Oder gleich nach Sprachen und Gebieten?
Eine Möglichkeit währe zum Beispiel “*.technologie.german” für eine deutsche Seiten im Technologiebereich. Das ganze würde sich auch noch abkürzen lassen, was wahrscheinlich mehr Sinn macht: “*.tech.ger”.
Die Aufteilung in Gebiete ist, bei der derzeitigen Nutzungsart der Domains, wahrscheinlich nicht sinnvoll. Das wechseln von Themen ist dann nicht mehr erwünscht, was in Zukunft unweigerlich zu Inkonsistenz zwischen der Aussage der URL und dem eigentlichen Inhalt führen würde. Von der bewussten Zweckendfremdung möchte ich garnicht reden.
Die Aufteilung nach Sprachen halte ich aber für Sinnvoll. Diese Lösung würde zwar die Einführung vieler TLDs bedeuten, könnte aber dafür in das existierende System integriert werden.
Die Einführung von neuen TLDs, wie ihn sich die deutschen Politiker ausgedacht haben, halte ich allerdings für eine Schnappsidee. Wenn es nur um die Erweiterung neuer Adressen geht (was ich vor allem im englischsprachigen Raum für ein wichtiges Thema halte), dann schließe ich mich dem Kommentar von Supaman zu diesem YiGG-Post an:
Enteignet die Domain-Grabber, dann gibt’s genug freie Domänen

8. März 2007 um 17:18
Domains nach Sprachen aufteilen… wo doch sehr viele Firmendomains und auch immer mehr private mehrsprachig gehalten sind. Was kommt da dann als Endung? Also wenn ich so durch die Welt surfe dann passen die Endungen schon ganz gut. M.E. ist keine Änderung nötig. Eine Erweiterung auf Städte konnte natürlich nur von einem Politiker kommen.
8. März 2007 um 22:30
Michael, realistisch gesehen lassen sich die vorhandenen Domains nicht einfach löschen um dann nur noch Sprachaufteilungen zu haben.
Ich sehe das als zusätzliche TLDs.
Wenn wir den jetzigen Stand des Internets ignorieren, dann hast du natürlich recht.
Meine Idee dazu wäre eine offizielle *.any-Domain einzuführen, die dann eine ähnliche Funktion wie die derzeitigen *.com-Domains hat.
Firmen tendieren sowieso dazu, alle gängigen Domains mit ihrem Namen zu registrieren, deswegen sehe ich das nicht so sehr als ein Problem an.
Und dass es immer Ausnahmen bei der Benutzung geben wird, ist eh klar. Das gibt’s auch jetzt schon, wie du richtig erkannt hast.
Sofern wirklich einmal so eine Umstellung in Betracht gezogen wird, sollte man aber auf jeden Fall über Lösungsmöglichkeiten von mehrsprachigen Seiten diskutieren.
Danke für’s Kommentieren, Michael!
9. März 2007 um 11:28
Hallo anty,
zu diesem Thema gibt es einen sehr lustigen und ungemein passenden Cartoon von UserFriednly.org. Dieser Beschreibt was die folge eines weieren TLDs bedeuten würde.
http://ars.userfriendly.org/cartoons/?id=20050821
Gerade im Netz verwischen die Grenzen immer mehr. Auch schon wegen dem Schutz des Namens. Alleine zum Schutz meines Namens habe ich 10 Domains mit 5 TLDs inne.
Neue extrem spezifische TLDs funktionieren nur mit extremen Richtlinien wie es zum Beispiel .fr der Fall ist. Aber genau bei solchen TLDs wo hinter der Registrierung Arbeit steckt schwindet das Interesse.
Ich seh diese Idee wie man merkt sehr pessimistisch.
MfG
12. März 2007 um 11:43
Dann will ich auf jeden Fall .mo Domains!
Solange nicht mal die .ac.at Domains richtig funktionieren oder eine gewisse Einheitlichkeit geschaffen wird, warum sollte es da mit noch mehr TLDs funktionieren? Es gibt tuwien.ac.at, wu-wien.ac.at und univie.ac.at. Viele Schulen haben aber nur .at (htl17.at). Einheitlichkeit != Realität.
13. März 2007 um 10:22
Ich hab’ wenig Erfahrung mit .fr-Domains, aber was ich auf NICForce lese, entspricht in etwa der zweiten Phase bei der Einführung einer neuen TLD.
Im Wesentlichen musst du eine eingetragene Adresse in Frankreich haben, was diese Endung logischerweise unattraktiv für alle nicht-Franzosen macht.
Strenge Richtlinien heißen aber nicht automatisch, dass sie auch eingehalten werden müssen.
de-Domain-Registrierungen sind, meines Wissens nach, auch nur mit deutschem Wohnsitz möglich. Dennoch besitze ich zwei de-Domains seit mehreren Jahren.
Interessant wäre mal zu testen, ob ich auch an eine .fr-Domain komme.
Nur kostet mich die 4,95€ im Monat, das ist mir zum Testen ein bisschen zu viel
@Mo: Du hast eh deine .cc Domain
Was die .ac.at Domains angeht bin ich mir ziemlich sicher, dass die Schulen/Universitäten einfach nur eine Anfrage stellen müssen um an ihre Domain zu kommen.
Das nicht immer alles nach Plan läuft ist eh klar… wo passiert das schon?